|
Home | Die Ausstellung | Texte | Kontakt/Impressum | |
Eine fantastische Himmelsreise - Särge aus Ghana
|
| Texte zur Ausstellung: |
|
AFRIKA: Dieser Kontinent ist speziell in letzter Zeit sehr in den Mittelpunkt
des Interesses der westlichen Welt geworden. Davon zeugen nicht nur das Musical „König der Löwen“ oder André Hellers Super - Event „Afrika-Afrika“, sondern
auch viele Filmproduktionen Hollywoods, die das Thema „Afrika“ zum Mittelpunkt
des Geschehens haben. Aber auch internationale Museen (z.B. Düsseldorf) nehmen
das künstlerische Potential Afrikas in Ihren Ausstellungen auf.
Diese Ausstellung gibt einen Einblick in die in den letzten 50 Jahren entstandene
Begräbniskultur Ghanas und zugleich einen Überblick in das künstlerische Oeuvre
des Künstler PAA JOE, der all diese Objekte geschaffen hat. |
Die niederländische Organisation African Affinity, welche sich das Sammeln und Ausstellen
afrikanischer Gegenwartskunst zur Aufgabe gemacht hat, stellte diese Sammlung in den
Jahren 1995 bis 1997 zusammen und präsentierte diese Phantasiesärge erstmals 1997 im Literaturhinweis: |
ATA OWOO & KANE KWEI Anfang der fünfziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts legte ATA OWOO (1904 –1976) Die Grundlage für den Entwurf und den Bau der Fantasiesärge. Ata Owoo war ein Künstlerisch begabter Tischler, der sich unter anderem auf die Herstellung ornamentaler Skulpturen, Kirchenmobiliar und Särge verlegt. Der Überlieferung nach sollte er für seinen „Chief“ ( ein sehr wichtiger Mann, aus Teshi eine Sänfte in Form eines Adlers entwerfen und bauen. Seine Arbeit beeindruckte den Chief eines Nachbardorfes so sehr, dass er bei Ata Owoo für sich selbst einen Baldachin in der Form einer Kakaofrucht bestellte (Damals war Ghana das wichtigste Kakao exportierende Land der Welt!).Der Mann starb jedoch bevor seine Bestellung fertig war und man entschloss sich die nachgebaute Kakaofrucht als Sarg zu verwenden. Ata Owoo war der „Efindenr“ des ersten ghanaischen Fantasiesarges. Es war jedoch sein
Meistergeselle Kane Kwei ( 1922-1992), der die Erfindung seines Lehrmeisters zu einer
neuen Form der Bestattungskunst entwickelte. Von Ata Owoos Kakaofrucht inspiriert,
schuf Kane Kwei für seine verstorbenen Großmutter einen Sarg in der Form eines Flugzeuges. Seine Großmutter lebte in de Nachbarschaft eines englischen Luftstützpunktes,
sah viele Flugzeuge steigen und landen und träumte davon, ihre himmlische Reise in einer
solchen Flugmaschine zu machen. Ermutigt von Ata Owoo und gestärkt von den begeisterten
Reaktionen der Stammesmitglieder, entschied Kana Kwei, sich ganz dem Bau dieser Art Särge
zu konzentrieren. 1951, in dem selben Jahr, in dem seine Großmutter starb, eröffnete er Mit seinen Entwürfen versuchte Kane Kwei, einen Bezug auf den Beruf und den sozialen
Status des Verstorbenen zu geben. Dieses tat er manchmal sehr direkt, manchmal eher
symbolisch. Oft machte er eine Anspielung auf den materiellen Reichtum, den der Verstorbenen während seines Lebens in seinem Beruf gesammelt hatte. Folglich wurden
in der Werkstatt Kane Kweis unter anderem Fischerboote,Fische, Kühe und Zwiebeln
nachgebaut, die für die Familien von reich gewordenen Fischern und Bauern bestimmt waren. |
PAA JOE Paa Joe wurde 1947 in Teshi geboren, wo seine Mutter lebte und arbeitete, indem sie
Tomaten verkaufte. Sein Vater hatte einen kleinen Hof in einem Dorf nördlich von Accra, wo Paa Joe als Kind lebte und zur Schule ging. Im Alter von vierzehn Jahren kehrte er nach Teshi Aber es dauerte noch bis 1978, bis er seinen ersten „fantastischen“ Sarg produzierte. Die
Familie eines Grundstückmaklers wollte einen Sarg in der Form des Hauses des Verstorbenen.
Der zweite Auftrag war ein Sarg in Form eines Adlers und danach wurden diese Särge der Die meisten Kunden von Paa Joe sind Christen, die Ga-Traditionen treu geblieben sind, nach denen die Verbindung mit den Vorfahren extram wichtig sind. Die Särge spiegeln wider, was dem Verstorbenen im Leben wichtig war, welchen Charakter oder welche Wunschträume er hatte. Oft hat das Aussehen des Sargs etwas mit dem beruflichen Erfolg zu tun. So stellt Paa Joe für Fischer oft „Fischsärge“ her. Dabei muß alledings darauf geachtet werden, dass jede Kategorie von Fischern ihren eigenen Sarg bekommt: Fischer, die nah an der Küste arbeiten, fangen hauptsächlich Hummer- sie treten ihre Himmelsreise in einem Hummer an. Auf offener See fangen die Schleppnetzfischer Rotlachs- dementsprechend sehen ihre Särge
aus.Wer im Leben beruflich mit Gemüse zu tun hatte, will es in Ghana auch bei seiner
Reise in den Himmel nicht missen: Pflanzer und Händler von Gemüse bestellen gerne einen Mütter die viele Kinder und Enkelkinder hatten, werden in einem Sarg in Form einer Henne
begraben. Eine Ehre für eine Frau, die sich zu einem Großteil mit um das Einkommen der
Familie gekümmert hat. Rund um die Henne hat Paa Joe kleine Küken angebracht- genau Literaturhinweis: |
© Krombholz & Schnake GBR., Hohe Straße 15,
50129 Bergheim,
Tel. 02238-942608 |